Kassenärzte rechnen mit Aufhebung der Impfpriorisierung im Mai

Die Kassenärzte erwarten, dass im Mai die bisherigen Impf-Priorisierungen aufgehoben werden können. Wenn die Lieferungen wie zugesagt zunähmen, erhielten die Praxen im Mai deutlich mehr als jene 2,25 Millionen Dosen, die jede Woche an die Impfzentren gingen, sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

„Im Mai sind neben den Hausärzten sukzessive auch die Fachärzte mit an Bord, und wir werden immer mehr gesunde Menschen und andere Personen außerhalb der derzeit berechtigten Gruppen impfen“. Weiter sagte er: „Ich rechne damit, dass im Mai auch die Priorisierungsvorschriften sukzessive fallen und von dann an jeder Erwachsene eine Impfung erhalten kann.“ Aus den priorisierten Risikogruppen seien bisher etwa 16 Millionen Menschen erstgeimpft, rund fünf Millionen gälten als vollständig immunisiert, sagte Gassen der Zeitung. Insgesamt gebe es in diesen Gruppen 23 Millionen Berechtigte. Da für die Impfzentren und Praxen im Mai jede Woche 4 bis 4,5 Millionen Impfdosen zur Verfügung stünden, hätten schon bald alle besonders Gefährdeten ein Impfangebot erhalten, so dass es für alle geöffnet werden könne.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat sich auf Twitter erneut für einen harten Lockdown ausgesprochen. Im Vergleich zu Israel sehe man, dass etwa die Hälfte der Bevölkerung erstgeimpft sein müsse, damit der Effekt der Impfungen sichtbar werde. Dies sei in Deutschland Ende Mai der Fall. Die Zeit bis dahin gelte es mit einem letzten Lockdown zu überbrücken, „um weit über 10.000 Menschen meist im Alter 40-60 J zu retten“. Er kritisierte die mangelnde Bereitschaft zu härteren Maßnahmen: „Viele Politiker scheuen eine konkrete Auseinandersetzung mit der Zahl der zu erwartenden Opfer bei einem zu soften Lockdown. Die Demonstranten gegen den Lockdown sieht man, die Opfer einer schwachen Politik bleiben anonym, selbst wenn sie sterben.“

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