Magath kritisiert das System Bundesliga: „kein Wettbewerb mehr“

Julian Nagelsmann wechselt von Leipzig nach München: Und auch deshalb sorgt sich Felix Magath um die Bundesliga. Zudem nimmt er Bayern-Sportvorstand Salihamidzic nach den Querelen mit Flick in Schutz.

13 Double holte der FC Bayern in seiner Vereinsgeschichte bislang. Zwei davon unter Cheftrainer Felix Magath – 2005 und 2006 war das. Der Franke kennt die Erwartungen des Rekordmeisters an einen Trainer nur zu gut. Im Sommer übernimmt nun Julian Nagelsmann als Nachfolger von Hansi Flick beim Bundesliga-Giganten. Der 33-Jährige ist einer der begehrtesten Trainer Deutschlands. Magath sieht den Wechsel kritisch. Er glaubt, dass mit diesem Transfer nun auch der nächste Meistertitel bereits vergeben ist. „Das ist schon seit neun Jahren so. Und das wird sich nächstes Jahr nicht ändern“, sagt Magath im Gespräch mit t-online, und bezieht sich damit natürlich auf den FC Bayern. Magath wird noch deutlicher: „Als Fußball-Interessierter wäre ich an Wettbewerb interessiert. Aber einen solchen Wettbewerb sehe ich kaum noch in der Bundesliga.“

Die nationale Dominanz des deutschen Rekordmeisters wird sich also fortsetzen, glaubt Magath, der in der Bundesliga auch den VfL Wolfsburg (2009) zum Meistertitel geführt hatte. Denn der bisherige ärgste Bayern-Verfolger Leipzig muss sich nach dem Verlust von Nagelsmann, Sportdirektor Markus Krösche und Top-Verteidiger Dayot Upamecano (ebenfalls FC Bayern) ab Sommer erst einmal sammeln. Der Abgang des Top-Trainers trifft die Sachsen dabei besonders schwer, meint Magath. Nagelsmann hatte dem Team in nicht einmal zwei Jahren stringenten Ballbesitzfußball gepaart mit disziplinierter Raumaufteilung und explosivem Umschaltspiel implementiert. Die Fußball-Philosophie nimmt der bayerische Schwabe nun mit nach München. Der Wettbewerb in der Bundesliga ist laut Magath aber nicht nur wegen dieser Trainer-Rochade in Gefahr. Man müsste woanders anfangen „als bei der Besetzung der Trainerposition. Es wird nichts für den Wettbewerb getan. Allein wie die Fernsehgelder verteilt werden. Jeder hat seine Interessen. Aber mit Wettbewerb hat das nichts zu tun“, sagt der frühere Nationalspieler: „Wenn ein Klub in der Bundesliga fast 800 Millionen Euro Umsatz macht und ein anderer nur 200 Millionen Euro – wer soll da der Stärkere sein?“

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