Reise-Aktien unter Druck: Schließung des Flughafens Heathrow belastet europäische Märkte

Die europäischen Aktienmärkte sind am Freitagmorgen mit Verlusten in den Handel gestartet, wobei besonders Titel aus dem Reise- und Freizeitsektor unter Druck gerieten.
Der paneuropäische Stoxx 600 notierte gegen 9 Uhr deutscher Zeit rund 0,8 % im Minus. Auch die wichtigsten nationalen Indizes verzeichneten Rückgänge: Der französische CAC 40 verlor etwa 0,7 %, der deutsche DAX sank um fast 0,9 %, und der britische FTSE 100 lag rund 0,6 % tiefer.
Besonders stark betroffen war der Reise- und Freizeitsektor, der um etwa 2,1 % nachgab. Auslöser war die vorübergehende Schließung des Flughafens London-Heathrow, nachdem es in einer nahegelegenen elektrischen Umspannstation zu einem Brand gekommen war. Die Aktie der International Airlines Group, dem Mutterkonzern von British Airways, verlor rund 3,4 % an Wert.
Neben den Ereignissen in Großbritannien verarbeiten die Anleger in Europa weiterhin die geldpolitischen Signale verschiedener Zentralbanken. Sowohl in Europa als auch in den USA gab es in dieser Woche bedeutende Entwicklungen.
Die Schweizerische Nationalbank senkte am Donnerstag ihren Leitzins um 25 Basispunkte – eine Maßnahme, die von vielen Marktteilnehmern als Signal für eine lockerere Geldpolitik gewertet wurde. Gleichzeitig hielt die Bank of England ihre Zinspolitik konstant und entschied sich gegen eine Veränderung des Leitzinses. Auch die schwedische Riksbank verzichtete auf eine Anpassung.
Die Bank of England äußerte sich in einer Stellungnahme besorgt über zunehmende geopolitische Unsicherheiten und Spannungen im Welthandel. „Seit unserer letzten Sitzung haben sich die Unsicherheiten in der globalen Handelspolitik verschärft. Die USA haben eine Reihe neuer Zölle angekündigt, auf die einige Regierungen bereits reagiert haben. Weitere geopolitische Spannungen haben sich ebenfalls verstärkt, und die Volatilität an den Finanzmärkten ist weltweit gestiegen“, hieß es in der Mitteilung.
Auch die US-Notenbank Federal Reserve ließ ihren Leitzins am Mittwoch unverändert. Zwar signalisierten die Fed-Offiziellen weiterhin zwei Zinssenkungen im Laufe dieses Jahres, gleichzeitig reduzierten sie jedoch ihre Wachstumsprognose für 2025 und wiesen auf zunehmende Unsicherheiten hin. Insbesondere die angekündigten US-Zölle könnten den Inflationsdruck in den kommenden Monaten weiter erhöhen.
Der europäische Aktienmarkt hatte bereits am Donnerstag eine viertägige Gewinnserie beendet. Der Stoxx 600 verlor im Verlauf der Handelssitzung rund 0,4 %, bleibt seit Jahresbeginn jedoch mit einem Plus von fast 9 % weiterhin auf Kurs für einen Wochengewinn.
In Asien zeigten sich die Märkte in der Nacht uneinheitlich. Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Weltwirtschaft hält Investoren auch dort in Atem.
An der Wall Street deuteten die Termingeschäfte am Freitag ebenfalls auf schwächere Kurse hin – ein weiterer Hinweis auf die Nervosität der Märkte angesichts globaler Konjunkturrisiken.