Der zeitlose Klassiker: Warum Fondue weit mehr als nur ein Festtagsessen ist
Ob an Weihnachten, Silvester oder einfach in geselliger Runde – Fondue bleibt der Inbegriff für entspanntes Genießen. Das Prinzip ist so simpel wie genial: Während die Gäste am Tisch zusammensitzen und in aller Ruhe plaudern, gart jeder seine Zutaten nach eigenem Gusto selbst. Niemand muss stundenlang allein in der Küche stehen, denn die Vorbereitung findet quasi live am Esstisch statt. Dabei hat sich das Gericht über die Jahrzehnte stark gewandelt. Längst geht es nicht mehr nur um Fleisch in heißem Fett; von Fisch und Meeresfrüchten über knackiges Gemüse bis hin zu süßen Variationen ist heute alles erlaubt.
Von der Überlebensstrategie zum Nationalgericht
Die Wurzeln dieser Tradition sind überraschend pragmatisch. Ursprünglich war das Käsefondue eine Notlösung Schweizer Bergbauern, um im harten Winter durchzukommen. Wenn das Brot steinhart und der Käse trocken war, schmolz man Letzteren mit etwas Wein auf, um die Reste genießbar zu machen. Der Begriff selbst leitet sich passenderweise vom französischen Wort fondre für „schmelzen“ ab. Was als Überlebensstrategie begann, wurde in den 1930er-Jahren von der Schweizer Käseunion offiziell zum Nationalgericht erhoben. Später trat der Trend seinen Siegeszug um die Welt an und erfand sich dabei immer wieder neu.
Die Qual der Wahl: Fett, Brühe oder Käse?
Wer ein klassisches Fleischfondue plant, steht meist vor der Entscheidung: Öl oder Brühe? Heißes Fett hat den klaren Vorteil, dass Fleisch und Gemüse darin besonders kross werden. Hierbei sollte man unbedingt auf hoch erhitzbare Pflanzenöle wie Erdnuss-, raffiniertes Sonnenblumen- oder Rapsöl setzen. Kaltgepresste Öle oder Butter sind aufgrund der niedrigen Rauchpunkte gänzlich ungeeignet.
Die Variante mit Brühe, oft als Fondue Chinoise bekannt, ist hingegen die leichtere Alternative. Ein schöner Nebeneffekt: Am Ende des Abends hat man eine kräftige, aromatisierte Suppe, die traditionell gerne als Abschluss getrunken wird. Für Fischliebhaber empfiehlt sich hier ein selbstgekochter Fischfond, in dem Sorten mit festem Fleisch wie Lachs oder Seeteufel besonders gut gelingen.
Vorbereitung ist alles: Die Mischung macht’s
Damit der Abend gelingt, kommt es auf die richtige Auswahl der Zutaten an. Pro Person rechnet man im Schnitt mit etwa 200 Gramm Fisch, Fleisch oder Gemüse. Besonders gut eignen sich zarte Stücke vom Rind, Kalb oder Lamm sowie Geflügelbrust. Wichtig ist, das Fleisch vorher gut abzutupfen, um gefährliche Fettspritzer zu vermeiden.
Auch Vegetarier kommen voll auf ihre Kosten. Paprika, Zucchini, Brokkoli oder Pilze lassen sich hervorragend garen. Ein kleiner Profi-Tipp: Härteres Gemüse wie Karotten sollte man kurz blanchieren, damit die Garzeit am Tisch nicht den Rahmen sprengt. Begleitet wird das Ganze idealerweise von frischem Baguette, verschiedenen Salaten und einer bunten Auswahl an Dips. Von klassischer Aioli und Kräuterbutter bis hin zu exotischen Varianten wie marokkanischer Chermoula oder Guacamole sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.
Ein süßer Abschluss: Der Siegeszug des Schokoladenfondues
Wenn der herzhafte Teil beendet ist, schlägt die Stunde der Naschkatzen. Interessanterweise ist das Schokoladenfondue eine vergleichsweise junge Erfindung. Es geht auf den Schweizer Koch Konrad Egli zurück, der in den 1960er-Jahren in New York das Chalet Suisse leitete. Er wollte eine Dessert-Variante des Klassikers schaffen und kreierte in Kooperation mit Toblerone ein Rezept, das schnell zum Statussymbol der Jetset-Ära wurde.
Heute wird der 5. Februar sogar als „National Chocolate Fondue Day“ gefeiert. Neben Klassikern wie Erdbeeren und Marshmallows setzen Gourmets mittlerweile auf gewagtere Kombinationen:
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Gekühlte Windbeutel: Der Kontrast zwischen kalter Sahnefüllung und heißer Schokolade ist unschlagbar.
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Gezuckerter Speck: Die Mischung aus rauchig-salzig und süß gilt als absoluter Geheimtipp.
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Riffel-Kartoffelchips: Die Struktur der Chips hält die Schokolade besonders gut fest und sorgt für den perfekten Crunch.
Sicherheit und Entsorgung: Worauf zu achten ist
Damit die Stimmung nicht durch Unfälle getrübt wird, sollten die Töpfe auf dem Herd nur bis zur Hälfte gefüllt und dann vorsichtig auf das Rechaud gesetzt werden. Die optimale Temperatur liegt bei etwa 100 Grad für Brühe und 180 Grad für Fett.
Nach dem Festmahl stellt sich oft die Frage nach der Entsorgung. Altes Fett gehört unter keinen Umständen in den Abfluss oder die Toilette, da dies zu schweren Verstopfungen führen kann. Am besten lässt man es vollständig auskühlen. Festes Fett wie Kokosfett kann in Zeitungspapier gewickelt über den Hausmüll entsorgt werden, während flüssige Reste am einfachsten in leere Milchkartons oder Flaschen umgefüllt werden.
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