Vom einfachen Sattmacher zum globalen Food-Trend: Das Comeback des Kohls im Jahr 2026
Lange Zeit fristete Kohl ein eher tristes Dasein als verkochte Beilage oder Symbol für frugale Mahlzeiten in wirtschaftlich schweren Zeiten. Doch dieses Image wandelt sich gerade radikal. Glaubt man den aktuellen Prognosen der Plattform Pinterest, steht uns 2026 das „Jahr des Kohls“ bevor. Was in asiatischen Küchen längst Standard ist, wird nun auch hierzulande neu entdeckt: Kohl ist nicht nur gesund und günstig, sondern kulinarisch überraschend vielseitig – allen voran der hierzulande beliebte Spitzkohl.
Ein globaler Hype um den Kreuzblütler
Es ist eine bemerkenswerte Entwicklung, die sich in den sozialen Medien abzeichnet. Pinterest, oft ein verlässliches Barometer für kommende Lifestyle-Strömungen, hat das robuste Gemüse als einen der wichtigsten Food-Trends für 2026 identifiziert. Unter dem augenzwinkernden Motto „Live, laugh, leaf“ sagen Prognosen voraus, dass Generation X und Boomer ihre Obsession mit Blumenkohl beenden und stattdessen Weiß- und Spitzkohl zum neuen MVP („Most Valuable Player“) der Küche krönen.
Der Grund für diesen Aufschwung liegt im Zusammentreffen mehrerer Faktoren. Zum einen wächst das Bewusstsein für darmgesunde Ernährung – Stichwort „Fibremaxxing“ –, zum anderen boomt die koreanische Küche weltweit. Wer einmal authentisches Kimchi oder scharf angebratenen Kohl aus dem Wok probiert hat, weiß, dass dieses Gemüse weit mehr kann, als nur weichgekocht auf dem Teller zu liegen. Statt der wässrigen Kohlsuppe, wie man sie aus Roald Dahls „Charlie und die Schokoladenfabrik“ kennt, stehen heute knusprige „Kohl-Steaks“ aus dem Ofen oder knackige Taco-Wraps auf dem Speiseplan.
Der Spitzkohl: Der feine Verwandte aus heimischem Anbau
Während der globale Trend den Kohl allgemein feiert, rückt in Deutschland besonders der Spitzkohl in den Fokus. Er ist die Kohlsorte, die im Jahr am frühesten geerntet wird; die Saison reicht von Mai bis in den Dezember. Mit seiner charakteristischen Kegelform und den locker sitzenden Blättern unterscheidet er sich rein optisch deutlich vom festen Kopf des Weißkohls. Auch geschmacklich schlägt er eine feinere Note an: Er ist zarter, hat ein leicht süßliches Aroma und ist selbst für empfindliche Mägen oft bekömmlicher als seine rustikaleren Verwandten.
Besonders im Frühjahr und Sommer überzeugt der Spitzkohl durch seine Milde, während die im Herbst geernteten Köpfe etwas kräftiger im Geschmack sind. Ernährungsphysiologisch punktet er zudem auf ganzer Linie: Wie alle Kohlsorten ist er mit rund 20 Kilokalorien pro 100 Gramm extrem figurfreundlich. Er enthält viel Ascorbigen, eine Vorstufe von Vitamin C, die beim Kochen umgewandelt wird, sowie reichlich verdauungsfördernde Ballaststoffe.
Vielseitigkeit in der Zubereitung
Die Zeiten, in denen Kohl bis zur Unkenntlichkeit zerkocht wurde, sind glücklicherweise vorbei. Gerade der Spitzkohl lädt dazu ein, kreativ zu werden. Die Vorbereitung ist denkbar simpel: Äußere Blätter entfernen, den Kopf vierteln, den Strunk herausschneiden und das Gemüse in feine Streifen teilen.
In der Pfanne entfaltet er sein volles Potenzial. Werden die Kohlstreifen in etwas Fett scharf angebraten, entstehen köstliche Röstaromen, die an die Wok-Gerichte der asiatischen Küche erinnern. Anschließend kann man ihn bei reduzierter Hitze weiterbraten oder mit etwas Brühe dünsten. Klassisch gewürzt wird mit Salz, Pfeffer und einer Prise Muskatnuss oder Kümmel. Er eignet sich hervorragend als Beilage zu Hackfleischgerichten oder, mit Käse überbacken, als Hauptdarsteller in einem Auflauf.
Perfekt für Rohkost und schnelle Rouladen
Auch wer es knackig mag, kommt auf seine Kosten. Für einen frischen Salat sollten die feinen Kohlstreifen kräftig mit einem Essig-Öl-Dressing durchgeknetet werden. Das bricht die Strukturen leicht auf und macht den Kohl weicher, ohne ihm den Biss zu nehmen. Eine Kombination mit geraspelten Möhren und Äpfeln ist ein Klassiker, doch auch modernere Varianten mit gebratener Hähnchenbrust und einem Dressing aus Erdnussmus harmonieren hervorragend mit dem nussig-süßen Aroma des Spitzkohls.
Selbst für Kohlrouladen ist der Spitzkohl die komfortablere Wahl im Vergleich zum Weißkohl. Seine Blätter sind so flexibel, dass sie beim Aufwickeln nicht brechen und daher nicht vorgekocht werden müssen. Egal ob mit einer klassischen Hackfleischfüllung oder einer vegetarischen Gemüsemischung – die Zubereitung gelingt so deutlich schneller.
Tipps für Einkauf und Lagerung
Damit das Gericht gelingt, ist Frische entscheidend. Beim Einkauf sollte man darauf achten, dass sich der Kopf fest anfühlt und die Blätter sattgrün und knackig sind. Gelbliche Verfärbungen oder schlaffe Blätter sind ein sicheres Zeichen für mangelnde Frische. Da Spitzkohl zarter ist als Weißkohl, ist er nicht ganz so lange haltbar. Im Gemüsefach des Kühlschranks bleibt er etwa zwei Tage frisch. Ein bewährter Trick ist es, den Kopf in ein feuchtes Tuch einzuschlagen, um das Welken hinauszuzögern.
Ob man den Kohl-Trend nun als Zeichen wirtschaftlicher Sparsamkeit oder als kulinarische Rückbesinnung auf regionale Superfoods interpretiert, ist letztlich zweitrangig. Fakt ist: Richtig zubereitet, ist Kohl 2026 weit mehr als nur eine Beilage.
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